Kauderwelsch statt Klartext: DAX-Chefs im Verständlichkeits-Check





Kauderwelsch statt Klartext: DAX-Chefs im Verständlichkeits-Check


thinktank-pr.de.de
27.06.2019

Kauderwelsch statt Klartext: DAX-Chefs im Verständlichkeits-Check

Mit Bandwurmsätzen und kryptischen Begriffen verwirren DAX-Chefs  die Öffentlichkeit. Eine Studie der Universität Hohenheim hat den Verständlichkeitsgrad von Vorstandsreden analysiert und kommt zu dem Ergebnis: Nur jedes vierte DAX-Unternehmen kann ihre Botschaften klar kommunizieren.


Die Jahreshauptversammlung ist für Großunternehmen eine gute Gelegenheit ihre Botschaften öffentlichkeitswirksam zu platzieren. Doch 23 der 30 DAX-Chefs versagen dabei und geben nur unverständliche Phrasen von sich. Die Top-Manager vergessen bei ihren Reden, dass sie die Öffentlichkeit adressieren und nicht mit Wirtschaftsexperten fachsimpeln. Damit verpassen sie die Chance ihr Unternehmen authentisch und persönlich darzustellen sowie mit Emotionen zu punkten.

Die formal verständlichste Rede hielt BASF-Chef Kurt Bock. Seine Rede hatte einen geringen Abstraktheitsgrad, wenige Fremdworte und kurze Sätze. Auf einer Verständlichkeits-Skala von 1 bis 10 erhielt er dadurch eine 7,4. Er verbesserte sich zum Vorjahr um mehr als das doppelte (Vorjahreswert: 3,2). Auf Platz zwei redete sich Telekom-Chef René Obermann mit einer 7,3.

Das Schlusslicht bildet Reto Fracioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG. Mit einer 1,3 auf der Verständlichkeit-Skala  verwirrte er die Öffentlichkeit durch Schachtelsätze und gewagte Fremdwortkonstruktionen. Auch Wolfgang Reitzle von der Linde AG konnte sich auf dem Rednerpult nicht klar und deutlich ausdrücken und kassierte dafür ein 1,4.

Zwar haben sich die Reden der Vorstände zum Vorjahr generell verbessert, dennoch fällt das Urteil der Universität Hohenheim äußerst schlecht aus. Dabei ist das gesprochene Wort in der Kommunikation das stärkste Mittel. Mit einer Rede können Menschen motiviert, berührt und mitgerissen werden. Aber leider auch verwirrt.

Über die Studie:

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt hat die Universität Hohenheim seit Jahresbeginn untersucht, wie verständlich die 30 führenden Manager Deutschlands auf Jahreshauptversammlungen sprechen. Mehr Infos unter: https://www.uni-hohenheim.de/news/manager-im-verstaendlichkeits-check-sieger-ist-basf-chef-kurt-bock-schlusslicht-ist-reto-francioni-von-der-deutschen-boerse-ag-1



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.