Wofür PR nicht taugt: Reich werden





Wofür PR nicht taugt: Reich werden





19.12.2019

Wofür PR nicht taugt: Reich werden

Schöne Nachrichten schreiben und lesen sich eigentlich, na ja, schöner. Schlechte Nachrichten vorenthalten wollen wir aber auch nicht, deshalb erlauben Sie uns zum Abschluss, Ihre Stimmung ein paar Stufen herabzusetzen: Bei allen schönen Seiten, die Public Relations bieten – in finanzieller Hinsicht gehört PR zu den fünf Branchen mit den miesesten Gehältern, hat die Online-Jobbörse Stepstone herausgefunden. Oder kann man selbst diese Meldung irgendwie positiv sehen? Zeit für ein letztes virtuelles Streitgespräch zwischen Optimist und Pessimist.


Der Pessimist: Ich hab’s schon immer geahnt, jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Ich hab den falschen Job. Der aktuelle StepStone Gehaltsreport 2013 zeigt: PR ist mit einem durchschnittlichen Bruttojahreslohn von 38.762,- Euro die Branche mit dem fünft-schlechtesten Gehaltsniveau. Read and weep: Hier ist die Grafik dazu. Das kannst auch Du nicht mehr ins Positive biegen; am Ende dieser Unterhaltung sind wir zwei Pessimisten.

 

Der Optimist: Herausforderung angenommen.

Der Pessimist: Das war keine-

Der Optimist: Ja, ohne Frage, auf den ersten Blick zieht das runter. Aber schau genau hin: Auf Platz fünf ist nicht einfach „PR“ sondern: Agentur, Werbung, Marketing und PR. „Agentur“ kann vieles heißen, und gerade im Marketing gibt es neben den komplizierten auch sehr viele einfache Tätigkeiten. Ich weiß nicht, wie viel die jungen (männlichen und weiblichen) Schönheiten bekommen haben, die damals in den Studentenkneipen Zigaretten verschenkt haben – aber viel wird’s nicht sein, und auch das ist irgendwie Marketing. Ich glaube, wir sind da einfach mit den falschen anderen Branchen zusammengefasst worden.

Der Pessimist: So einfach geht das nicht. Denn das Argument gilt für jede Branche – auch in Krankenhäusern gibt es mehr Reinigungskräfte als Chefärzte, und Erstere haben ein deutlich niedrigeres Gehalt als Letztere.

Der Optimist: Doch, doch, die Zusammenfassung spielt eine deutliche Rolle – und ich kann es belegen: Schau Dir mal diesen Gehaltsvergleich des statistischen Bundesamtes nach Wirtschaftsbereichen an. PR ist nicht einzeln aufgeführt – dafür gibt es „Information und Kommunikation“. Und dieser Bereich, zu dem ich mich als PRler zweifelsfrei zugehörig fühle, ist mit einem Monatsbruttoverdienst von 4.485,- Euro auf Platz Drei der Rangliste. Von oben. Also: Uns geht’s vielleicht nicht Gold, aber Bronze.

Der Pessimist: Moment, muss kurz nachrechnen… 4.485,- mal 12 Monate ist gleich 53.820,- Euro im Jahr. OK, deutlich mehr – aber in der Aufteilung nach Stepstone würden wir es damit noch nicht mal in die Top Ten schaffen. Schau hier:

 

Quelle: StepStone Gehaltsreport 2013 / Grafik: StepStone Deutschland GmbH

Also: Auch wenn ich Deinen Blickwinkel wähle, sieht es für mich weiterhin mies aus. Es gilt, was der Kommentator S. Behnke im PR-Report geschrieben hat: „Leute, macht eine solide Ausbildung und führt ein vernünftges Leben, das man dann auch mit über Vierzig noch durchhalten kann. Aber wiederholt nicht die Fehler der Generation "irgendwas mit Medien"“. Recht hat er, schön auf den Punkt gebracht hat er es. Unser Gehaltsniveau ist sch-

Der Optmist: – keine Kraftausdrücke, bitte –

Der Pessimist: -wach. Da kommst Du einfach nicht drumherum. Ganz egal, wo Du uns eingruppierst.

Der Optimist: Komm ich doch. Denn selbst wenn die Stepstone-Gruppierung die sachdienlichere sein sollte, selbst wenn unser durchschnittliches Gehaltsniveau bei 38.762,- Euro liegt – das ist immer noch eine gute Nachricht. Denn: Das Durchschnittseinkommen über alle Branchen hinweg, egal wie definiert, lag 2012 bei 28.950,- Euro im Jahr. Das heißt: Egal, an welcher Stelle wir in einem Ranking stehen – deutlich über dem Durchschnitt sind wir allemal.

Der Pessimist: Äh, Moment, lass mich nochmal auf die Liste schauen… das hieße ja, dass alle Branchen überdurchschnittlich gut bezahlen?!?

Der Optimist: Na, und wenn das keine gute Nachricht ist, was dann?


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