PR-Gehalt: Warum man in der PR selten reich wird

Wenig Bewegung bei den Gehältern: Wie es um das PR-Gehalt steht und wie du deinen Marktwert steigerst.

PR-Gehalt – PR-Gehalt: Warum man in der PR selten reich wird

Kreative Arbeit, spannende Themen, Kontakt zu Medien und Führungskräften: Die PR-Branche hat viele schöne Seiten. Beim Geld sieht es dagegen oft nüchterner aus. Schon vor Jahren zeigte ein Gehaltsreport eines großen Jobportals, dass PR zu den Branchen mit den niedrigsten Durchschnittsgehältern gehörte. Und auch aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass sich beim PR-Gehalt wenig bewegt. Reich wird in der PR kaum jemand. Doch ist das wirklich das ganze Bild? Ein Blick auf Zahlen, Einflussfaktoren und Strategien für mehr Gehalt.

In diesem Beitrag erfährst du, wie es um Gehälter in der PR steht, wovon sie abhängen, wie du besser verhandelst und welche Vorteile der Beruf jenseits des Gehalts bietet.

Notizen zum PR-Gehalt am Schreibtisch
Foto: Unsplash

Wie es um das PR-Gehalt steht

Laut dem PR-Trendmonitor 2026 von news aktuell und einer PR-Agentur, für den im Februar 2026 rund 220 PR-Fachleute in Deutschland befragt wurden, ist bei den Gehältern wenig Bewegung. In Pressestellen berichteten 43 Prozent von einer Gehaltssteigerung von mindestens zwei Prozent in den vergangenen zwölf Monaten, in PR-Agenturen nur 27 Prozent. Bei 56 Prozent der Agenturmitarbeitenden blieb das Gehalt unverändert.

  • Zufriedenheit: Etwa die Hälfte der Befragten ist mit dem eigenen Gehalt eher oder sehr zufrieden.
  • Verhandlungen: Die Hälfte erwartet, dass Gehaltsverhandlungen in diesem Jahr schwieriger werden.
  • Wechselbereitschaft: Rund ein Fünftel denkt wegen des Gehalts über einen Jobwechsel nach, weitere 23 Prozent vielleicht.
  • Gewünschte Extras: Zusätzliche Urlaubstage, externe Weiterbildung und flexible Arbeitszeiten stehen ganz oben.

Konkrete Gehaltsspannen für einzelne Positionen findest du in Gehaltsvergleichen von Jobportalen. Sie unterscheiden sich je nach Quelle, Region und Erfahrung deutlich und sollten deshalb als Orientierung verstanden werden.

Wovon das PR-Gehalt abhängt

  • Arbeitgeber: Unternehmen und Konzerne zahlen meist mehr als Agenturen, Non-Profit-Organisationen oft weniger.
  • Branche: Pharma, Finanzen, Energie oder Technologie zahlen häufig besser als Kultur oder Tourismus.
  • Region: In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Hamburg liegen Gehälter höher, aber auch die Lebenshaltungskosten.
  • Erfahrung und Position: Vom Volontariat über Referentin und Pressesprecher bis zur Kommunikationsleitung steigt das Gehalt deutlich.
  • Spezialisierung: Kenntnisse in Finanzkommunikation, Krisenkommunikation, Daten oder digitaler Kommunikation sind gefragt.
  • Unternehmensgröße: Große Organisationen bieten oft höhere Gehälter und mehr Zusatzleistungen.
PR-Referentin am Laptop prüft Daten zum PR-Gehalt
Foto: Unsplash

Optimist gegen Pessimist: wie man die Zahlen lesen kann

Der Pessimist sagt: „Ich hab’s geahnt, ich habe den falschen Job. Lange Tage, Erreichbarkeit am Wochenende und dann ein Gehalt unter dem Durchschnitt.“

Der Optimist hält dagegen: „Durchschnittswerte sagen wenig über den Einzelfall. Wer sich spezialisiert, Verantwortung übernimmt und in die richtige Branche geht, verdient gut. Und wo sonst arbeitest du so nah an Entscheidungen, an Medien und an spannenden Geschichten?“

Beide haben ein bisschen recht. Die Branche ist vielfältig, und die Unterschiede zwischen einzelnen Positionen sind groß. Wer sein Gehalt verbessern will, sollte die Faktoren kennen, die er selbst beeinflussen kann.

So verbesserst du dein PR-Gehalt

  1. Marktwert kennen: Vergleiche Gehaltsdaten für deine Position, Region und Branche aus mehreren Quellen.
  2. Erfolge dokumentieren: Halte fest, was deine Arbeit bewirkt hat: Berichterstattung, gelöste Krisen, erfolgreiche Kampagnen.
  3. Spezialisieren: Gefragte Kompetenzen wie Finanz-, Krisen- oder Datenkommunikation erhöhen den Marktwert.
  4. Verantwortung übernehmen: Projektleitung, Budgetverantwortung oder Führung sind Gehaltstreiber.
  5. Gut vorbereitet verhandeln: Mit Fakten, einer klaren Forderung und Alternativen wie Weiterbildung oder zusätzlichen Urlaubstagen.
  6. Den Arbeitgeber wechseln: Ein Wechsel bringt oft größere Sprünge als eine interne Erhöhung, sollte aber gut überlegt sein.

Mehr als Geld: was der PR-Beruf bietet

Wer in die PR geht, tut das selten nur wegen des Gehalts. Viele schätzen andere Seiten des Berufs, die in Gehaltsvergleichen nicht auftauchen.

  • Abwechslung: Kaum ein Tag gleicht dem anderen, Themen und Aufgaben wechseln ständig.
  • Nähe zu Entscheidungen: Kommunikationsverantwortliche beraten oft direkt die Geschäftsführung.
  • Kreativität: Kampagnen, Texte und Ideen bieten viel Gestaltungsspielraum.
  • Netzwerk: Kontakte zu Journalisten, Fachleuten und anderen Branchen eröffnen Chancen.
  • Sinn: Wer für eine Sache kommuniziert, an die er glaubt, empfindet seine Arbeit als wertvoll.

Wie sich die Rolle von Kommunikationsprofis verändert und welche Aufgaben neu hinzukommen, beschreibt unser Beitrag über den Kommunikationsmanager.

Den Wert der eigenen Arbeit sichtbar machen

Ein Grund für eher niedrige Gehälter liegt darin, dass der Beitrag der Kommunikation zum Unternehmenserfolg schwer zu messen ist. Wer seine Erfolge nur in Abdruckzahlen beschreibt, überzeugt keine Geschäftsführung. Besser ist es, die Wirkung auf Unternehmensziele zu zeigen: mehr Bewerbungen, bessere Reputation, schnell eingehämmte Krisen, gewonnenes Vertrauen. Wie das gelingt, liest du im Beitrag zum Wert von Kommunikation.

Agentur oder Unternehmen?

Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede: In Pressestellen stiegen die Gehälter häufiger als in Agenturen. Viele beginnen ihre Karriere in einer Agentur, weil sie dort schnell viel lernen und unterschiedliche Kunden kennenlernen. Später wechseln manche auf die Unternehmensseite, oft mit einem Gehaltssprung. Andere bleiben in der Agentur und steigen dort in Führungspositionen auf. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Wie Agenturen um Talente werben, beschreibt unser Beitrag zum Recruiting in Agenturen.

Weiterbildung als Gehaltshebel

Externe Weiterbildung steht bei vielen PR-Fachleuten hoch im Kurs, laut Umfrage auf Platz zwei der gewünschten Zusatzleistungen. Zertifikate, berufsbegleitende Studiengänge oder Spezialisierungen in digitaler Kommunikation, Datenanalyse oder Nachhaltigkeitskommunikation können den Marktwert steigern. Wer seinem Arbeitgeber zeigt, dass er neues Wissen ins Unternehmen bringt, hat gute Argumente für die nächste Gehaltsrunde.

Am Ende gehört zu einer guten Karriere in der PR beides: ein faires Gehalt und eine Arbeit, die Freude macht.

Wer beides im Blick behält, trifft bessere Entscheidungen für den eigenen Weg.

Und wer gut verhandelt, kommuniziert auch in eigener Sache professionell.

Gehaltsstufen in der PR: ein Überblick über Karrierewege

Die Karriere in der PR verläuft oft in typischen Stufen. Mit jeder Stufe wachsen Verantwortung, Erfahrung und in der Regel auch das Gehalt. Die genauen Bezeichnungen unterscheiden sich zwischen Agenturen und Unternehmen.

  • Einstieg: Praktikum, Volontariat oder Trainee-Programm. Hier lernst du das Handwerk: Texte schreiben, Medien recherchieren, Veranstaltungen organisieren.
  • Junior-Ebene: Als Junior-Beraterin oder PR-Referent übernimmst du erste eigene Aufgaben und Kundenkontakte.
  • Erfahrene Fachkraft: Beraterinnen, Pressesprecher oder Referenten mit mehreren Jahren Erfahrung betreuen eigenständig Themen und Projekte.
  • Führungsebene: Teamleitung, Unit-Leitung in Agenturen oder Leitung der Unternehmenskommunikation bringen Personal- und Budgetverantwortung.
  • Top-Management: Kommunikationschefs großer Unternehmen gehören oft zum erweiterten Führungskreis und verdienen entsprechend.

Der Sprung von der Fachkraft in die Führung ist meist der größte Gehaltshebel. Aber nicht jeder will führen. Auch als Spezialistin, etwa für Krisenkommunikation, Investor Relations oder digitale Strategie, lässt sich ein hohes Gehalt erzielen.

Freiberuflich in der PR

Viele PR-Fachleute arbeiten freiberuflich, als Texter, Beraterinnen oder Interimsmanager. Das bietet Freiheit und kann finanziell attraktiv sein, bringt aber auch Unsicherheit, Akquise und eigene Absicherung mit sich. Wer sich selbstständig macht, sollte Stundensätze realistisch kalkulieren und Zeiten ohne Aufträge einplanen.

Die Gehaltsverhandlung vorbereiten

Eine gute Vorbereitung entscheidet über den Erfolg. Sammle vor dem Gespräch Fakten: aktuelle Gehaltsvergleiche für deine Position, eine Liste deiner Erfolge im vergangenen Jahr und neue Aufgaben, die du übernommen hast. Überlege dir eine konkrete Zahl und eine Untergrenze. Bereite außerdem Alternativen vor, falls das Budget begrenzt ist, etwa ein Weiterbildungsbudget, zusätzliche Urlaubstage oder eine Vereinbarung zur Überprüfung in sechs Monaten.

Im Gespräch selbst hilft, was PR-Profis ohnehin beherrschen: eine klare Botschaft, gute Argumente und ein souveräner Auftritt. Sprich über den Nutzen deiner Arbeit für das Unternehmen, nicht über deine Kosten.

Bleibe auch nach einer Absage im Gespräch. Frage nach, welche Ziele du erreichen musst, um beim nächsten Mal mehr zu verdienen, und halte die Vereinbarung schriftlich fest. So wird aus einem Nein ein Plan für die Zukunft.

Viele Arbeitgeber schätzen es, wenn Mitarbeitende ihre Entwicklung aktiv gestalten.

Und wer seine Entwicklung selbst in die Hand nimmt, wird auch beim Gehalt langfristig profitieren.

Viel Erfolg dabei!

Typische Fehler bei Gehaltsverhandlungen in der PR

  • Keine Vorbereitung: Wer seinen Marktwert nicht kennt, verhandelt im Blindflug.
  • Nur auf Fleiß verweisen: Überstunden sind kein Argument. Ergebnisse und Wirkung zählen.
  • Zu bescheiden: Gerade Kommunikationsprofis verkaufen sich selbst oft unter Wert.
  • Falscher Zeitpunkt: Kurz nach einem erfolgreichen Projekt sind die Chancen besser als in einer Krise.
  • Nur ans Geld denken: Weiterbildung, flexible Arbeitszeit oder mehr Urlaub können wertvolle Alternativen sein.

Fazit: Reich wird man in der PR selten, aber vieles ist möglich

Das PR-Gehalt liegt im Branchenvergleich oft nicht an der Spitze, und aktuelle Umfragen zeigen wenig Bewegung, besonders in Agenturen. Doch die Unterschiede sind groß. Wer seinen Marktwert kennt, sich spezialisiert, Verantwortung übernimmt und gut vorbereitet verhandelt, kann sein Gehalt deutlich verbessern. Und der Beruf bietet vieles, was sich nicht in Euro messen lässt: Abwechslung, Einfluss und spannende Begegnungen.

Aktuelle Gehaltsvergleiche findest du etwa bei StepStone. Branchenstudien wie den PR-Trendmonitor veröffentlicht news aktuell, Informationen zu Berufsbildern und Weiterbildung die Deutsche Public Relations Gesellschaft.

Häufige Fragen zum PR-Gehalt

Wie hoch ist das PR-Gehalt in Deutschland?

Das hängt stark von Position, Erfahrung, Branche, Region und Arbeitgeber ab. Gehaltsvergleiche von Jobportalen geben eine Orientierung, die Spannen sind jedoch groß.

Verdient man in PR-Agenturen weniger als in Unternehmen?

Oft ja. Laut PR-Trendmonitor 2026 stiegen die Gehälter in Pressestellen häufiger als in Agenturen, wo bei mehr als der Hälfte der Befragten das Gehalt unverändert blieb.

Wie kann ich mein PR-Gehalt erhöhen?

Durch Kenntnis des eigenen Marktwerts, dokumentierte Erfolge, Spezialisierung, mehr Verantwortung, gute Vorbereitung auf Verhandlungen und gegebenenfalls einen Arbeitgeberwechsel.

Welche Zusatzleistungen sind PR-Fachleuten wichtig?

Laut PR-Trendmonitor 2026 vor allem zusätzliche Urlaubstage, externe Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten und bessere Homeoffice-Möglichkeiten.

Lohnt sich ein Job in der PR trotz niedrigerer Gehälter?

Für viele ja, wegen Abwechslung, Nähe zu Entscheidungen, Kreativität und Netzwerk. Mit Spezialisierung und Verantwortung sind zudem gute Gehälter möglich.

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